Google Bewertungen sammeln klappt dann gut, wenn niemand im Betrieb daran denken muss. Die Bitte gehört fest zum Abschluss eines Auftrags, so wie die Rechnung oder die Übergabe. Diese Seite zeigt, wie Sie einen solchen Ablauf in sechs Schritten aufbauen. Welche Regeln dahinterstehen und wie Sie auf Rezensionen antworten, fasst der Leitfaden Bewertungen sammeln und beantworten zusammen.
Schritt 1: den Zeitpunkt festlegen
Die Bitte wirkt am besten, wenn die Erfahrung noch frisch ist. Für jeden Betrieb sieht dieser Moment anders aus. Im Handwerk ist es meist die Abnahme oder der Tag nach dem Einsatz, in der Praxis oder im Salon das Ende des Termins, im Laden der Kauf an der Kasse. Bei längeren Aufträgen ist der Abschluss besser geeignet als ein Zwischenschritt, weil der Kunde dann das ganze Ergebnis beurteilen kann.
Wichtig ist eine einzige Regel für alle Kunden. Google erlaubt die Bitte um eine Rezension zu einer tatsächlichen Erfahrung, verbietet aber, gezielt um positive Rezensionen zu bitten oder negative zu verhindern [1]. Wer den Zeitpunkt danach wählt, ob ein Kunde gerade zufrieden wirkt, sortiert in der Praxis aus. Legen Sie deshalb einen festen Anlass fest, der für jeden Auftrag gilt.
Schritt 2: den Kanal wählen
Google nennt im Unternehmensprofil einen Link und einen QR-Code, die direkt zum Bewertungsfenster führen. Als Wege schlägt Google Belege, Dankeschön-E-Mails, das Ende einer Chatinteraktion und einen ausgedruckten QR-Code im Geschäft vor; Kunden lassen sich auch per E-Mail, WhatsApp oder Facebook bitten [2]. Wie Sie Link und Code erzeugen und wo Sie sie platzieren, steht im Ratgeber QR-Code und Kurzlink erstellen.

Wählen Sie einen Hauptkanal, der ohnehin zu Ihrem Ablauf gehört. Ein Malerbetrieb, der nach der Abnahme eine Rechnung per Post schickt, legt eine Karte mit QR-Code bei. Ein Café stellt einen Aufsteller neben die Kasse. Eine Praxis mit Online-Terminvergabe nutzt die Nachricht nach dem Termin. Beachten Sie bei E-Mails und Nachrichten die rechtliche Seite: Der Bundesgerichtshof hat eine Kundenzufriedenheitsbefragung per E-Mail als Werbung eingeordnet [4]. Was das für Ihre Anfragen bedeutet, behandelt der Ratgeber Rechtliches zu Bewertungsanfragen.
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Schritt 3: den Text der Bitte schreiben
Die Bitte selbst ist kurz. Sie sagt, worum Sie bitten, warum, und wo es geht. Sie nennt keine Sterne, keinen gewünschten Inhalt und keine Gegenleistung. Anreize wie kostenlose oder vergünstigte Produkte oder Dienstleistungen gelten bei Google als gefälschte Interaktion und sind streng verboten [1, 2]. Ebenso wenig dürfen Sie bestimmte Inhalte verlangen, etwa die Nennung einzelner Mitarbeitender [1]. Ein neutraler Text kann so aussehen:
"Vielen Dank für Ihren Auftrag. Wenn Sie einen Moment Zeit haben, freuen wir uns über Ihre ehrliche Bewertung bei Google. Sie hilft anderen Kunden bei der Entscheidung und uns dabei, besser zu werden. Hier geht es direkt zur Bewertung: [Link]"
Weisen Sie bei Bedarf darauf hin, dass für eine Rezension ein Google-Konto nötig ist. Google schreibt, dass Kunden angemeldet sein müssen und ein Konto auch mit einer E-Mail-Adresse anlegen können, die nicht zu Gmail gehört [3]. Wer dem Kunden ausdrücklich eine Fünf-Sterne-Bewertung nahelegt, verlässt den neutralen Rahmen. Im Fall, den der Bundesgerichtshof 2018 entschieden hat, bat ein Händler in der Rechnungs-E-Mail ausdrücklich um eine "5-Sterne Beurteilung" [4].
Schritt 4: Zuständigkeit im Team klären
Ein Ablauf braucht einen Namen. Legen Sie fest, wer die Bitte verschickt oder die Karte überreicht, und wer die eingehenden Rezensionen liest und beantwortet. In kleinen Betrieben ist das oft dieselbe Person, in größeren Teams sind es zwei Rollen.

Bei Zielvorgaben ist Vorsicht nötig. Googles Richtlinien verbieten Händlern, Mitarbeitende aufzufordern, eine bestimmte Anzahl von Rezensionen einzuholen [1]. Ein Wettbewerb um die meisten Bewertungen oder eine Prämie je Rezension gehört deshalb nicht in den Ablauf. Messen Sie lieber, ob die Bitte bei jedem Auftrag rausgegangen ist, und lassen Sie die Zahl der Rezensionen außen vor. Rezensionen von Mitarbeitenden, Angehörigen oder Geschäftspartnern sind wegen des Interessenkonflikts ebenfalls ausgeschlossen [1].
Schritt 5: Kunden vor Ort richtig ansprechen
Im Laden, in der Praxis oder am Empfang ist die mündliche Bitte oft der natürlichste Weg. Google verbietet allerdings, Kunden während ihres Aufenthalts vor Ort zu einer Rezension zu drängen [1]. Ein Satz wie "Wir freuen uns, wenn Sie uns bei Google bewerten, die Karte nehmen Sie gern mit" lässt dem Kunden die Wahl. Ein Gerät, das Sie dem Kunden zum Bewerten in die Hand geben, setzt ihn unter Druck. Trustpilot verbietet in seinen Regeln ausdrücklich, Bewertungen auf Geräten des Unternehmens zu sammeln [6].
Für Ihr Team lohnt eine kurze Einweisung: Jede Kundin und jeder Kunde bekommt dieselbe Bitte, niemand wird ausgelassen, niemand wird nachgefragt, ob die Bewertung schon geschrieben ist. Fragt ein Kunde von sich aus, wo er bewerten kann, gibt das Team ihm die Karte oder nennt den Kurzlink. Beschwert sich ein Kunde vor Ort, kümmert sich das Team zuerst um das Problem. Die Bitte um eine Bewertung kommt dann zum selben Zeitpunkt wie bei allen anderen, auch wenn der Ärger noch nicht ganz verflogen ist. Den Kunden in diesem Moment auszulassen, wäre eine Auswahl nach Zufriedenheit, und Google verbietet, gezielt um positive Rezensionen zu bitten oder negative zu verhindern [1].
Schritt 6: den Ablauf prüfen
Einmal im Monat genügt ein kurzer Blick. Sind in diesem Zeitraum neue Rezensionen erschienen? Wurde die Bitte bei den abgeschlossenen Aufträgen tatsächlich verschickt? Sind alle Rezensionen beantwortet, vor allem die kritischen?

Fehlt eine Rezension, die ein Kunde nach eigener Aussage geschrieben hat, gibt es mehrere mögliche Gründe. Google prüft Rezensionen auf die Richtlinien, was in einigen Fällen einige Tage dauern kann [5]. Kunden mit älteren Smartphones oder Softwareversionen haben laut Google manchmal Schwierigkeiten, eine Rezension abzugeben [5]. Rezensionen, die wegen eines Verstoßes entfernt wurden, stellt Google nicht wieder her [5]. Ein plötzlicher Ausschlag nach oben ist ebenfalls ein Warnzeichen, weil Google auf ungewöhnliche Mengen oder Muster von Rezensionen achtet [1].
Nach unserer Erfahrung bringt ein gleichmäßiger Fluss über das Jahr mehr als eine einmalige Aktion. Er wirkt für Leser glaubwürdig, und neue Rezensionen zeigen, dass der Betrieb aktuell gut arbeitet. Wie Sie auf die eingehenden Rezensionen antworten, zeigen die Antwortvorlagen.
Der Ablauf als Übersicht
| Schritt | Festlegung | Beispiel Handwerksbetrieb |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | ein fester Anlass für alle Aufträge | Tag nach der Abnahme |
| Kanal | ein Hauptweg, der zum Betrieb passt | Karte mit QR-Code bei der Rechnung |
| Text | neutral, ohne Sterne, ohne Gegenleistung | Vorlage im Rechnungsprogramm |
| Zuständigkeit | wer bittet, wer antwortet | Büro verschickt, Inhaber antwortet |
| Vor Ort | Bitte ohne Druck, kein Gerät zum Bewerten | Karte bei der Übergabe |
| Kontrolle | monatlicher Blick auf Bitten und Rezensionen | erster Montag im Monat |
Auf Bewertungsportalen außerhalb von Google gelten teils andere Regeln, manche Portale verbieten die Bitte ganz. Mehr dazu im Ratgeber Bewertungen auf Branchenportalen. Den Begriff erklärt unser Glossar unter Kundenbewertung.
Sie möchten Ihren Ablauf einmal durchsprechen, bevor Sie ihn im Team einführen? Bringen Sie Ihre Frage in die gratis Sprechstunde, dort schauen wir gemeinsam darauf.
- Organisation Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte, Abschnitte Gefälschte Interaktionen und Manipulation von Bewertungen. Google Maps, Richtlinien für von Nutzern beigetragene Inhalte. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Link oder QR-Code zum Anfordern von Rezensionen erstellen. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Tipps für mehr Rezensionen. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Behörde Urteil vom 10.07.2018, VI ZR 225/17 (Kundenzufriedenheitsbefragung). Bundesgerichtshof. Stand 10.07.2018. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Fehlende oder verzögert angezeigte Rezensionen. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Guidelines for Businesses. Trustpilot. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt, um nach einer Bewertung zu fragen?
Kurz nach der Leistung, solange die Erfahrung frisch ist, etwa nach der Abnahme oder am Ende des Termins. Entscheidend ist ein fester Anlass, der für alle Kunden gilt.
Darf ich meinem Team eine Zielzahl für Bewertungen vorgeben?
Nein. Googles Richtlinien verbieten Händlern, Mitarbeitende aufzufordern, eine bestimmte Anzahl von Rezensionen einzuholen. Messen Sie stattdessen, ob die Bitte bei jedem Auftrag verschickt wurde.
Darf ich in der Bitte um eine Fünf-Sterne-Bewertung bitten?
Das sollten Sie nicht. Google verbietet, gezielt um positive Rezensionen zu bitten oder bestimmte Inhalte zu verlangen. Bitten Sie um eine ehrliche Bewertung.
Warum erscheint eine Bewertung meines Kunden nicht?
Google prüft Rezensionen auf die Richtlinien, das kann in einigen Fällen einige Tage dauern. Auch ältere Smartphones oder Softwareversionen können beim Abgeben Probleme machen. Entfernte Rezensionen stellt Google nicht wieder her.
Kann ich Kunden im Laden ein Tablet zum Bewerten reichen?
Davon raten wir ab. Google verbietet, Kunden vor Ort zu einer Rezension zu drängen, und Trustpilot untersagt ausdrücklich das Sammeln auf Geräten des Unternehmens. Eine Karte zum Mitnehmen lässt dem Kunden die Wahl.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.


