Für Handwerksbetriebe gibt es eine Fülle von Portalen, die Aufträge versprechen. Manche sind schlichte Verzeichnisse, andere Börsen, auf denen Kunden Aufträge einstellen und Betriebe Angebote abgeben, wieder andere vermitteln Kontakte gegen Gebühr. Wer einen Handwerkerportale Eintrag plant, sollte deshalb zuerst verstehen, wie das jeweilige Portal Geld verdient und wie es die Betriebe sortiert. Dieser Ratgeber hilft bei dieser Prüfung und zeigt, wie Portale mit dem Google-Unternehmensprofil und der eigenen Website zusammenspielen. Ob sich lokale Suchmaschinenoptimierung für einen Handwerksbetrieb überhaupt lohnt, beantwortet die Frage Lohnt sich Local SEO für Handwerker?.
Drei Arten von Portalen
In unseren Projekten begegnen uns vor allem drei Modelle. Reine Verzeichnisse listen Betriebe nach Gewerk und Ort, oft mit kostenlosem Grundeintrag und bezahlten Zusätzen. Auftragsbörsen lassen Kunden ein Vorhaben beschreiben, und Betriebe bewerben sich darauf, meist mit einem Abo oder einer Gebühr je Angebot. Vermittlungsdienste leiten Anfragen an ausgewählte Betriebe weiter und rechnen je Kontakt oder je Auftrag ab.

Für die Entscheidung zählt das Modell mehr als der Name. Ein Verzeichnis kostet wenig Zeit und bringt vor allem einheitliche Daten im Netz. Eine Auftragsbörse kostet Zeit für Angebote und lohnt sich nur, wenn die Aufträge zu Ihrem Betrieb passen. Bei Vermittlungsdiensten sollten Sie vorher rechnen, wie viele vermittelte Kontakte zu einem Auftrag werden müssen, damit sich die Gebühr trägt.
Wie Portale sortieren
Ob Ihr Betrieb auf der ersten Seite eines Portals steht, hängt von dessen Regeln ab. Das Wettbewerbsrecht verlangt hier Offenheit. Bietet ein Unternehmer Verbrauchern eine Suche nach Dienstleistungen an, gelten nach § 5b Abs. 2 UWG die Hauptparameter für das Ranking und ihre Gewichtung als wesentliche Information, die von der Ergebnisanzeige aus leicht zugänglich sein muss [1]. Macht das Portal Bewertungen zugänglich, ist anzugeben, ob und wie es sicherstellt, dass sie von Kunden stammen, die die Leistung tatsächlich in Anspruch genommen haben [1].
Lesen Sie diese Angaben vor einem bezahlten Eintrag. Steht dort, dass bezahlte Pakete weiter oben erscheinen, wissen Sie, wofür Sie zahlen. Fehlen die Angaben, fragen Sie nach. Schon die Antwort auf diese Frage zeigt, wie offen ein Portal mit seinen Kunden umgeht.
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Vor dem Abschluss: die Bedingungen lesen
Bevor Sie ein bezahltes Paket buchen, lohnt ein Blick in die Vertragsbedingungen. Wichtig sind die Laufzeit und ob sie sich automatisch verlängert, die Kündigungsfrist, die Art der Abrechnung und die Frage, ob Sie für Anfragen zahlen, die gar nicht zu Ihrem Gewerk oder Gebiet passen. Klären Sie außerdem, was mit Ihrem Profil und Ihren Bewertungen geschieht, wenn Sie kündigen. Bleibt das Profil als kostenloser Eintrag stehen, gehören die Daten weiter gepflegt. Wird es gelöscht, verlieren Sie dort die gesammelten Bewertungen.
Notieren Sie sich bei jedem Portal das Datum, bis zu dem Sie kündigen müssen. Nach unserer Erfahrung laufen gerade Testangebote oft weiter, weil niemand im Betrieb an die Frist gedacht hat.
Ihr Profil im Portal
Ein gutes Profil in einem Handwerkerportal enthält dieselben Grunddaten wie Ihr Google-Profil: Firmenname, Anschrift oder Einzugsgebiet, Telefonnummer, Website und die Gewerke. Achten Sie darauf, dass Name und Telefonnummer genau übereinstimmen. Warum das zählt, erklärt der Ratgeber NAP-Konsistenz.
Bei zulassungspflichtigen Handwerken lohnt ein Hinweis auf die Eintragung in die Handwerksrolle. Ein zulassungspflichtiges Handwerk dürfen nach § 1 HwO selbständig als stehendes Gewerbe nur Personen und Gesellschaften betreiben, die in der Handwerksrolle eingetragen sind [2]. Fotos von echten Arbeiten, eine kurze Beschreibung der Leistungen und ein Satz zum Einsatzgebiet machen das Profil vollständig. Zeigen Sie auf Fotos Kunden oder Häuser nur, wenn die Betroffenen einverstanden sind.
Einzugsgebiet statt Ladenadresse
Viele Handwerker fahren zu ihren Kunden und empfangen niemanden in der Werkstatt. Google sieht dafür das Einzugsgebiet vor: Der Betrieb legt ein Profil für den Unternehmenssitz an, gibt ein Einzugsgebiet an und zeigt die Adresse nicht an, wenn er etwa von der Privatwohnung aus arbeitet [3]. Die Grenzen des Gebiets sollen laut Google nicht mehr als ungefähr zwei Autostunden vom Standort entfernt liegen [3]. Hat der Betrieb eine Werkstatt mit Kundenverkehr und fährt außerdem raus, darf er Adresse und Einzugsgebiet angeben, wenn während der Geschäftszeiten jemand vor Ort ist [3].

Übertragen Sie diese Entscheidung auf die Portale. Wer bei Google die Adresse ausblendet, sollte sie in Portalen nicht prominent zeigen, und das Einsatzgebiet sollte überall ähnlich beschrieben sein. Wie Sie das Gebiet bei Google sinnvoll festlegen, steht im Ratgeber Service Area Business einrichten.
Bewertungen auf Portalen und bei Google
Bewertungen sind auf Handwerkerportalen oft das wichtigste Auswahlkriterium für Kunden. Manche Portale fordern Kunden nach einem Auftrag selbst zur Bewertung auf. Bei Google dürfen Sie ebenfalls um Bewertungen bitten, aber ohne Anreize und ohne gezieltes Ansprechen nur zufriedener Kunden. Auch Mitarbeitende dürfen Sie nicht dazu anhalten, eine bestimmte Zahl von Rezensionen einzuholen [4]. Ein Wettbewerb unter Monteuren, wer die meisten Bewertungen sammelt, ist deshalb keine gute Idee.
Für die Karte zählen laut Google Anzahl und Bewertung der Rezensionen zur Bekanntheit eines Unternehmens [5]. Ein Betrieb, der alle Bewertungen auf einem Portal sammelt und bei Google kaum welche hat, verschenkt deshalb Sichtbarkeit in Google Maps. Verteilen Sie Ihre Bitten so, dass das Google-Profil nicht leer bleibt. Mehr dazu steht im Ratgeber Bewertungen auf Branchenportalen.
Die eigene Website als Ziel
Portale vermitteln Kontakte, aber die Kunden gehören nicht Ihnen. Die eigene Website und das Google-Profil bleiben die Kanäle, über die Kunden direkt zu Ihnen kommen. Eine Seite je Leistung, eine Seite für das Einsatzgebiet und strukturierte Daten helfen dabei. Schema.org kennt für Bau- und Handwerksbetriebe den Typ HomeAndConstructionBusiness mit Untertypen wie Electrician, Plumber, RoofingContractor, HousePainter oder HVACBusiness [6]. Google empfiehlt, den genauesten passenden Untertyp zu verwenden [7].
Verlinken Sie in jedem Portalprofil auf die passende Unterseite Ihrer Website, etwa die Seite zum Gewerk. Wer über ein Portal kommt und die Website besucht, findet dort im besten Fall die Kontaktdaten und ruft direkt an. Mehr zu den Besonderheiten einzelner Gewerke steht auf der Branchenseite SEO für Handwerker.
Sie überlegen, ob sich ein bezahltes Portal für Ihren Betrieb lohnt? Stellen Sie Ihre Frage in der gratis Sprechstunde, dort sprechen wir darüber. Die laufende Pflege übernimmt SEO NW auf Wunsch als Teil der Leistung Local SEO.
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, § 5b Wesentliche Informationen. Bundesministerium der Justiz. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Gesetz Handwerksordnung, § 1. Bundesministerium der Justiz. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Richtlinien für die Darstellung Ihres Unternehmens auf Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Gefälschte Interaktionen (Richtlinien für Beiträge auf Maps). Google Maps-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings bei Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation HomeAndConstructionBusiness. Schema.org. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Strukturierte Daten für lokale Unternehmen (LocalBusiness). Google Search Central. Stand 12.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Lohnt sich ein bezahltes Handwerkerportal?
Das hängt vom Modell ab. Rechnen Sie bei Vermittlungsdiensten vorher, wie viele Kontakte zu einem Auftrag werden müssen, damit sich die Gebühr trägt, und fragen Sie neue Kunden, woher sie kommen.
Muss ein Portal sagen, warum andere Betriebe weiter oben stehen?
Nach § 5b Abs. 2 UWG gelten die Hauptparameter des Rankings und ihre Gewichtung als wesentliche Information, die von der Ergebnisliste aus leicht erreichbar sein muss.
Soll ich meine Privatadresse im Portal zeigen?
Wenn Kunden Sie nicht vor Ort besuchen, blenden Sie die Adresse bei Google aus und arbeiten mit einem Einzugsgebiet. In Portalen sollten Sie es genauso halten.
Darf ich meine Monteure Bewertungen sammeln lassen?
Bitten an Kunden sind bei Google erlaubt. Mitarbeitende dürfen aber laut Googles Richtlinien nicht angehalten werden, eine bestimmte Zahl von Rezensionen oder Rezensionen mit bestimmten Inhalten einzuholen.
Ersetzt ein Portal das Google-Unternehmensprofil?
Nein. Portale vermitteln Kontakte, das Google-Profil und die eigene Website bringen Kunden direkt zu Ihnen. Für Google Maps zählen die Rezensionen im Rahmen der Bekanntheit.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.


