Local Citations sind Stellen im Netz, an denen Ihr Betrieb mit seinen Grunddaten steht: Name, Adresse, Telefonnummer, oft auch Website und Öffnungszeiten. Das kann ein Branchenverzeichnis sein, die Mitgliederliste einer Innung, ein Kartendienst oder ein Bericht der Lokalzeitung, in dem Ihre Werkstatt mit Anschrift erwähnt wird. Die kurze Definition steht im Glossar unter Citations. Dieser Ratgeber geht weiter: Er ordnet die Arten von Nennungen, zeigt, über welche Wege Ihre Daten in Navis und Sprachassistenten landen, und sagt, was Sie von Citations erwarten können und was nicht.
Strukturierte und freie Nennungen
In der Praxis lohnt es sich, zwei Arten auseinanderzuhalten. Strukturierte Nennungen stehen in festen Feldern: Ein Verzeichnis fragt Name, Straße, Postleitzahl, Ort und Telefonnummer einzeln ab und zeigt sie in immer gleicher Form an. Dazu gehören Kartendienste, Branchenbücher, Bewertungsportale und Kammerverzeichnisse. Freie Nennungen stehen im Fließtext, etwa in einer Pressemitteilung des Sportvereins, auf der Seite eines Partnerbetriebs oder in einem Blogbeitrag über die beste Eisdiele im Ort.
Strukturierte Einträge lassen sich planen und pflegen, weil Sie meist selbst Zugriff bekommen. Freie Nennungen entstehen durch das, was der Betrieb tut, und lassen sich kaum steuern. Beide können Suchmaschinen und Menschen zeigen, dass es den Betrieb an dieser Adresse gibt. Ob Google eine Nennung mit Link höher gewichtet als eine ohne, sagt Google nicht. Mit Name, Anschrift oder Telefonnummer lässt sich eine Nennung in der Regel Ihrem Betrieb zuordnen.
Was Google selbst zu Verweisen sagt
Für lokale Ergebnisse nennt Google drei Hauptfaktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit [1]. Zur Bekanntheit zählt Google ausdrücklich die Zahl der Websites, die auf ein Unternehmen verweisen, dazu Anzahl und Bewertung der Rezensionen [1]. Wie stark einzelne Verweise wiegen und ob eine Nennung ohne Link genauso zählt wie eine mit Link, sagt Google nicht. Die Details des Algorithmus veröffentlicht Google bewusst nicht, und ein besseres lokales Ranking lässt sich auch gegen Bezahlung nicht einfordern [1].
Daraus folgt eine nüchterne Einordnung. Citations gehören zu den Signalen, die Google beschreibt, sie sind aber nur ein Teil der Bekanntheit. Wer ein unvollständiges Unternehmensprofil, keine Rezensionen und eine dünne Website hat, gewinnt mit zusätzlichen Verzeichnissen wenig. Wer diese Grundlagen erledigt hat, schließt mit sauberen Citations eine Lücke.
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Wie Ihre Daten weiterwandern
Ein Grund, warum Citations mehr sind als ein Eintrag für die Suchmaschine: Viele Dienste beziehen Firmendaten aus wenigen großen Quellen. OpenStreetMap ist ein Kartenprojekt von Freiwilligen, dessen Daten Tausende Websites, mobile Apps und Hardwaregeräte nutzen [3]. Die Daten pflegen Freiwillige, und jeder darf sie nutzen, solange OpenStreetMap als Quelle genannt wird [3]. Ein falscher Eintrag dort kann also in Anwendungen auftauchen, von denen Sie nie gehört haben.

Ähnlich ist es bei den großen Plattformen. Microsoft beschreibt Bing Places for Business als kostenlose Plattform, deren Einträge in der Bing-Suche und in Bing Maps erscheinen [4]. Apple hat im März 2026 Apple Business angekündigt. Standortkarten mit Fotos, Standortinformationen und Öffnungszeiten erscheinen danach unter anderem in Apple Karten, Safari und Spotlight [5]. Wer auf einem iPhone nach einem Handwerker sucht, sieht also Apples Daten und nicht unbedingt die aus Ihrem Google-Profil.
Für Sie heißt das: Die wichtigsten Citations sind die Quellen, aus denen andere schöpfen. Ein gepflegter Eintrag bei Google, Apple, Bing und OpenStreetMap deckt einen großen Teil der Navis, Karten-Apps und Sprachassistenten ab. Wie Sie diese Einträge der Reihe nach anlegen, beschreibt der Ratgeber Local Citations aufbauen.
Was Citations bringen und was nicht
Der greifbarste Nutzen ist oft gar kein Ranking. Ein Kunde, der in einem Portal eine alte Telefonnummer findet, erreicht Sie nicht. Ein Navi mit falscher Hausnummer schickt ihn in die Nachbarstraße. Richtige Citations sorgen dafür, dass jemand, der Sie gefunden hat, auch bei Ihnen ankommt. Das gilt unabhängig davon, wie Google die Nennung gewichtet.
Der zweite Nutzen ist Vertrauen in die Daten. Stehen Name, Adresse und Telefonnummer an vielen Stellen gleich, ist die Zuordnung eindeutig. Widersprechen sich die Angaben, kann eine Suchmaschine nicht sicher sein, welche stimmt. Google verlangt im Profil den Namen, den der Betrieb auch außerhalb von Google verwendet, ohne Zusätze wie Ortsnamen oder Marketingslogans [2]. Je einheitlicher dieser Name überall steht, desto leichter passt alles zusammen. Wie Sie Name, Adresse und Telefonnummer festlegen, erklärt der Ratgeber NAP-Konsistenz.
Was Citations nicht leisten: Sie ersetzen keine Rezensionen, keine passende Kategorie und keine Website mit klaren Leistungsseiten. Viele Einträge in beliebigen Verzeichnissen bringen nach unserer Erfahrung nichts, was wenige gute nicht auch bringen. Google zählt Links aus Verzeichnissen oder Lesezeichendiensten geringer Qualität sogar ausdrücklich zu den Beispielen für Linkspam [7]. Masse ist hier also eher ein Risiko.
Welche Quellen für Ihren Betrieb zählen
Welche Einträge sich lohnen, hängt von der Branche ab. Für fast jeden Betrieb gehören die großen Kartendienste dazu, dazu klassische Verzeichnisse wie Gelbe Seiten und Das Örtliche, über die der Ratgeber Gelbe Seiten und Das Örtliche berichtet. Danach kommen die Branchenportale: Handwerkerportale für Betriebe mit Kundenaufträgen, Ärzteportale für Praxen, Gastronomie- und Hotelportale für Gastgeber. Einen Überblick gibt der Ratgeber Lokale Branchenverzeichnisse nutzen.

Eine dritte Gruppe sind regionale Nennungen: Kammern, Innungen, Wirtschaftsförderung, Vereine, Gewerbevereine und Lokalmedien. Sie sind schwerer zu bekommen, sagen aber mehr über die Verankerung im Ort aus als ein weiterer Eintrag in einem bundesweiten Branchenbuch. Ein Malerbetrieb, der in der Innungsliste und im Bericht über das Stadtfest steht, ist für Kunden und Suchmaschinen klar in der Region verortet.
Die eigene Website als Bezugspunkt
Alle Citations sollten auf dieselben Daten zurückgehen, und die stehen am besten auf Ihrer eigenen Website. Impressum, Kontaktseite und Fußzeile nennen Name, Adresse und Telefonnummer in genau der Schreibweise, die Sie auch in Verzeichnissen verwenden. Strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness machen diese Angaben maschinenlesbar. Pflicht sind dort nur Name und Adresse, empfohlen sind unter anderem Telefonnummer mit Landes- und Ortsvorwahl, Öffnungszeiten und Koordinaten [6]. Laut Google können solche Angaben in Suchergebnissen und im Knowledge Panel erscheinen, eine Garantie gibt es nicht [6].
Wenn sich etwas ändert, ändern Sie es zuerst auf der Website und im Unternehmensprofil, danach in den übrigen Einträgen. So gibt es immer eine Stelle, die als richtig gilt.
Woran Sie gute und schlechte Einträge erkennen
Ein guter Eintrag steht auf einer Seite, die echte Besucher hat, ist einem Ort und einer Branche zugeordnet und lässt sich von Ihnen ändern. Ein schlechter Eintrag steht in einem Verzeichnis, das nur aus Firmenlisten ohne eigene Inhalte besteht, verlangt Geld für die bloße Aufnahme oder bietet einen Link gegen Bezahlung an. Fragen Sie sich bei jedem Angebot, ob Sie das Verzeichnis selbst schon einmal benutzt haben, um einen Betrieb zu finden. Fällt die Antwort schwer, sparen Sie sich den Eintrag.
Wenn Sie wissen möchten, welche Einträge für Ihren Betrieb zählen und welche Sie weglassen können, stellen Sie Ihre Frage in der gratis Sprechstunde. Die laufende Pflege von Einträgen gehört bei SEO NW zur Leistung Local SEO.
- Organisation Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings bei Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Richtlinien für die Darstellung Ihres Unternehmens auf Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation About OpenStreetMap. OpenStreetMap. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Introducing the New Bing Places for Business. Microsoft Bing Blogs. Stand 03.10.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Ankündigung von Apple Business. Apple Newsroom. Stand 24.03.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Strukturierte Daten für lokale Unternehmen (LocalBusiness). Google Search Central. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was ist eine Local Citation?
Eine Local Citation ist eine Nennung Ihres Betriebs mit Name, Adresse und Telefonnummer auf einer fremden Website, in einem Verzeichnis oder Kartendienst. Sie kann mit oder ohne Link stehen. Entscheidend ist, dass sie sich eindeutig Ihrem Betrieb zuordnen lässt.
Brauchen Citations einen Link?
Eine Nennung ohne Link kann Menschen und Suchmaschinen zeigen, dass es den Betrieb gibt. Google zählt Websites, die auf ein Unternehmen verweisen, zur Bekanntheit, beziffert aber nicht, wie Nennungen mit und ohne Link gewichtet werden.
Wie viele Citations braucht ein Betrieb?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Wichtiger sind die großen Kartendienste, die passenden Branchenportale und regionale Nennungen mit richtigen Daten. Viele Einträge in Verzeichnissen geringer Qualität bringen nichts und können als Linkspam gelten.
Kosten Citations Geld?
Die Einträge bei Google, Bing Places und Apple Business sind kostenlos, in vielen Verzeichnissen auch der Grundeintrag. Bezahlte Zusatzpakete betreffen meist Darstellung und Werbung.
Wie finde ich heraus, wo mein Betrieb schon steht?
Suchen Sie nach Ihrem Firmennamen, Ihrer Telefonnummer und Ihrer Adresse, auch nach alten Nummern und Anschriften. Wie Sie gefundene Einträge korrigieren, beschreibt der Ratgeber zum Bereinigen von Citations.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.


