Wer einen Betrieb gründet, bekommt schnell Post von Verzeichnissen, die einen Eintrag anbieten. Manche sind seit Jahrzehnten bekannt, manche wurden letzte Woche angelegt, und einige verschicken Formulare, die wie Rechnungen aussehen. Lokale Branchenverzeichnisse zu nutzen heißt deshalb zuerst auszuwählen. Dieser Ratgeber beschreibt, wie Sie die Verzeichnisse finden, die für Ihren Betrieb zählen, wie Sie die Einträge anlegen und wie Sie sie über Jahre pflegen, ohne dass eine Liste mit falschen Telefonnummern entsteht.
Was Verzeichnisse leisten und was nicht
Ein Branchenverzeichnis hat zwei Aufgaben. Es ist ein Ort, an dem Kunden nach Betrieben suchen, und es ist eine weitere Quelle, die Name, Adresse und Telefonnummer Ihres Betriebs nennt. Google zählt für die Bekanntheit eines Unternehmens unter anderem die Anzahl der Websites, die auf das Unternehmen verweisen [1]. Ein Gewicht für Verzeichnisse nennt Google nicht. Wer Ihnen verspricht, dass hundert Einträge Sie in die Kartenergebnisse bringen, kann sich dabei also auf keine Aussage von Google stützen.
Die Grenze ziehen Googles Spamrichtlinien selbst. Dort steht unter den Beispielen für Linkspam der Punkt Links zu Verzeichnissen oder Lesezeichen von geringer Qualität [2]. Einträge in Linksammlungen, die nur für Suchmaschinen existieren, nützen also nichts und können im schlechtesten Fall schaden. Die Kurzfassung zu dieser Frage gibt die FAQ Wie wichtig sind Branchenverzeichnisse?. Hier geht es um das Vorgehen im Einzelnen.
Die richtigen Verzeichnisse finden
Am besten fragen Sie Ihre Kunden, wo sie suchen. Der zweite Weg ist eine Suche nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort, so wie ein Kunde sie eingeben würde. Welche Verzeichnisse erscheinen auf der ersten Seite? Diese sind für Ihre Kunden sichtbar und damit für Sie relevant. Nach unserer Erfahrung bleiben am Ende drei Gruppen übrig:
- Kartendienste und Suchmaschinen mit eigenem Firmeneintrag, also Google, Bing und Apple
- allgemeine Verzeichnisse mit langer Geschichte, etwa Gelbe Seiten und Das Örtliche
- Branchenportale, auf denen Kunden gezielt nach Ihrer Art von Betrieb suchen, zum Beispiel Ärzte-, Handwerker- oder Gastroportale
Hinzu kommen Seiten aus Ihrem Ort: das Branchenverzeichnis der Gemeinde, die Mitgliederliste von Kammer oder Innung, Gewerbevereine. Diese Einträge haben einen klaren Ortsbezug und werden von Menschen aus der Region tatsächlich genutzt.
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Kartendienste zuerst
Bevor Sie sich um allgemeine Verzeichnisse kümmern, sollten die Kartendienste stimmen. Das Google-Unternehmensprofil ist der Eintrag, der in der Google Suche und in Google Maps erscheint. Microsoft beschreibt Bing Places for Business als kostenlose Plattform, auf der Unternehmen ihre Einträge anlegen und verwalten. Die Einträge erscheinen in der Bing-Suche und in Bing Maps, und Daten aus einem Google-Profil lassen sich übernehmen [3]. Wie der Import funktioniert, steht im Ratgeber Bing Places: Import aus Google.
Seriöse Verzeichnisse erkennen
Ein gutes Verzeichnis lässt sich an ein paar Merkmalen erkennen. Es hat ein vollständiges Impressum, und die Einträge darin werden sichtbar gepflegt. Kunden können darin sinnvoll suchen, nach Ort und Branche. Sie finden es bei einer normalen Google-Suche nach Ihrer Leistung. Es verlangt für den Grundeintrag kein Geld oder sagt klar, was ein bezahltes Paket mehr bietet.

Vorsicht ist bei Briefen und Faxen geboten, die einen Eintrag nur zu "bestätigen" scheinen. Die IHK Frankfurt am Main beschreibt diese Masche als Adressbuchschwindel: Formulare sind wie Rechnungen gestaltet, tragen amtlich klingende Namen, heben Wörter wie "kostenlos" oder "Korrekturabzug" hervor und setzen Fristen. Wer unterschreibt, hat nach Darstellung der IHK oft einen teuren und meist nutzlosen Vertrag geschlossen [4]. Die IHK rät, vor jeder Unterschrift den Absender zu prüfen und bei Zweifeln bei der zuständigen IHK nachzufragen [4].
Einträge anlegen: eine Vorlage für alle
Legen Sie vor dem ersten Eintrag eine Datei mit Ihren Stammdaten an. Darin steht der Firmenname so, wie er auf dem Schild steht, die Adresse in einer festen Schreibweise, eine Telefonnummer, die Website, die Öffnungszeiten, eine kurze und eine lange Beschreibung und die Kategorien. Google verlangt im Unternehmensprofil, dass Sie den Namen einheitlich verwenden, den Sie auch offline auf Schild, Website und Briefpapier führen [5]. Was dort gilt, sollte auch in jedem Verzeichnis gelten.
Kopieren Sie die Angaben aus dieser Datei in jeden Eintrag, statt sie neu zu tippen. So entstehen keine Varianten wie "Str." und "Straße" oder eine alte Durchwahl. Die Beschreibung darf je Verzeichnis anders formuliert sein, die Stammdaten nicht. Warum diese Einheitlichkeit hilft, behandelt der Ratgeber NAP-Konsistenz: Name, Adresse, Telefon.
Bei den Kategorien lohnt etwas Sorgfalt. Jedes Verzeichnis hat eine eigene Liste, und die Begriffe stimmen selten mit denen bei Google überein. Wählen Sie die Kategorie, die Ihren Hauptberuf am genauesten trifft, und ergänzen Sie nur Nebenkategorien, die Sie wirklich abdecken. Ein Tischler, der sich zusätzlich als Fensterbauer, Treppenbauer und Innenausbauer einträgt, sollte alle drei Leistungen auch auf seiner Website beschreiben. Sonst landen Anfragen bei Ihnen, die Sie ablehnen müssen.
Die Beschreibung ist der Teil, in dem ein Eintrag sich von hundert anderen abhebt. Schreiben Sie, was Sie tun, für wen und in welcher Gegend, in ganz normalen Sätzen. Werbesprüche wie "Ihr kompetenter Partner" sagen Kunden nichts. Ein Satz über Ihre Spezialisierung oder Ihr Einsatzgebiet hilft dagegen bei der Entscheidung, ob ein Anruf lohnt.
Welche Website-Adresse in den Eintrag gehört
Die meisten Betriebe tragen die Startseite ein. Bei einem Betrieb mit mehreren Standorten gehört in jeden Eintrag die Seite des jeweiligen Standorts. Google selbst erlaubt im Unternehmensprofil eine Website, auf der der konkrete Standort präsentiert wird [5]. Für Verzeichnisse gilt dieselbe Logik: Der Kunde soll dort landen, wo Adresse, Anfahrt und Öffnungszeiten seines Standorts stehen.
Pflege über die Jahre
Ein Eintrag ist keine einmalige Arbeit. Ändern sich Telefonnummer, Öffnungszeiten oder Adresse, müssen alle Einträge nachziehen. Führen Sie deshalb eine Liste mit jedem Verzeichnis, dem Zugang und dem Datum der letzten Prüfung. Prüfen Sie die Einträge in festen Abständen und nach jeder Änderung Ihrer Stammdaten. Dubletten, also zwei Einträge für denselben Betrieb, lassen Sie beim Verzeichnis zusammenführen oder löschen.

Bezahlte Zusatzpakete bieten meist eine bessere Platzierung im Verzeichnis selbst, mehr Fotos oder ein Logo. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viele Ihrer Kunden dort suchen. Testen Sie ein Paket für eine überschaubare Zeit und vergleichen Sie die Anfragen. Kündigungsfristen stehen im Vertrag und sollten vorher in Ihrem Kalender stehen.
Die einzelnen Verzeichnisse im Detail
Für die großen Verzeichnisse gibt es eigene Anleitungen: Gelbe Seiten und Das Örtliche, Yelp, Cylex und Co. sowie Ratgeber zu Handwerker-, Ärzte- und Gastroportalen. Die Nennung eines Betriebs mit seinen Daten auf fremden Seiten heißt im Fachjargon Citation.
Sie sind unsicher, ob ein Verzeichnis seriös ist oder ob ein Angebot zu Ihrem Betrieb passt? Stellen Sie Ihre Frage in der gratis Sprechstunde. Die laufende Pflege von Profil und Einträgen übernimmt SEO NW als Leistung Local SEO.
- Organisation Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Introducing the New Bing Places for Business: Built for Business Owners, Powered by Research. Microsoft Bing Blogs. Stand 03.10.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Adressbuchschwindel / Formularfalle. IHK Frankfurt am Main. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
In wie vielen Branchenverzeichnissen sollte ich stehen?
Eine feste Zahl nennt Google nicht. Wichtig sind die Verzeichnisse, in denen Ihre Kunden suchen und die bei einer Suche nach Ihrer Leistung und Ihrem Ort erscheinen. Wenige gepflegte Einträge sind besser als viele vergessene.
Können Einträge in Verzeichnissen schaden?
Google zählt Links zu Verzeichnissen von geringer Qualität zum Linkspam. Einträge in reinen Linksammlungen sollten Sie deshalb meiden.
Was tun mit einem Formular, das wie eine Rechnung aussieht?
Nicht unterschreiben und nicht zahlen, bevor Sie Absender und Kleingedrucktes geprüft haben. Die IHK beschreibt solche Schreiben als Adressbuchschwindel und rät, bei Zweifeln nachzufragen.
Muss der Eintrag genauso aussehen wie das Google-Profil?
Name, Adresse und Telefonnummer sollten überall gleich geschrieben sein. Die Beschreibung darf je Verzeichnis anders formuliert sein.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.


