Dienstleister ohne Ladengeschäft haben ein besonderes Problem in der lokalen Suche. Ein Schlüsseldienst, eine Gebäudereinigung oder ein mobiler Fahrradservice arbeitet in vielen Orten, sitzt aber nur in einem. Lokale Landingpages sollen diese Lücke schließen: eigene Seiten, die für Suchende aus einem bestimmten Ort oder Stadtteil zeigen, dass der Betrieb dort tätig ist. Richtig gemacht, holen sie Anfragen aus dem ganzen Einsatzgebiet. Falsch gemacht, entsteht eine Sammlung fast gleicher Seiten, die nach Googles Spamrichtlinien als Brückenseiten oder massenhaft erstellte Inhalte gelten kann. Dieser Ratgeber beschreibt, wo die Grenze liegt und wie eine tragfähige Seite aufgebaut ist.
Wann eine eigene Seite je Ort sinnvoll ist
Am Anfang steht die Frage, wo Sie regelmäßig arbeiten. Ein Betrieb, der in der Kreisstadt und in zwei Nachbarorten einen großen Teil seiner Aufträge hat, kann für diese drei Orte eigene Seiten anlegen. Für jedes Dorf im Umkreis von dreißig Kilometern eine Seite zu bauen, führt fast immer zu Texten, in denen nur der Name wechselt.
Ein guter Prüfstein: Können Sie zu dem Ort etwas sagen, das auf keiner anderen Ihrer Seiten steht? Typische Aufträge dort, Besonderheiten der Gebäude, Anfahrtszeiten, ein fester Mitarbeiter, der die Gegend betreut. Wenn ja, trägt die Seite. Wenn nein, ist ein gut gepflegter Abschnitt zum Einsatzgebiet auf der Leistungsseite die bessere Wahl. Was Ortsbezug im Text ausmacht, beschreibt der Ratgeber Lokale Inhalte: Ortsbezug im Text.
Was Google zu Seiten je Ort sagt
Google beschreibt in den Spamrichtlinien Brückenseiten. Sie entstehen, damit eine Website bei bestimmten, ähnlichen Suchanfragen in den Ergebnissen erscheint, und führen Nutzer auf Seiten, die weniger hilfreich sind als das eigentliche Ziel. Als Beispiel nennt Google mehrere Domainnamen oder Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte ausgerichtet sind und Nutzer alle zur selben Seite leiten [1]. Hinzu kommt der Missbrauch durch massenhaft erstellte Inhalte, also viele Seiten, die in erster Linie für das Ranking entstehen und Nutzern wenig bieten [1].
In Googles Anleitung zu hilfreichen Inhalten steht außerdem die Frage, ob jemand viele Inhalte zu vielen Themen erstellt in der Hoffnung, dass einige davon gut ranken [2]. Eine Seite für einen Ort ist nach diesen Regeln nicht verboten. Sie muss nur für jemanden aus diesem Ort nützlich sein.
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Aufbau einer tragfähigen Landingpage
In unseren Projekten hat sich für Dienstleister eine Gliederung bewährt, die sich je Ort im Inhalt unterscheidet und in der Form gleich bleibt. Sie hilft Lesern, schnell das zu finden, was sie suchen:

- Überschrift und Einstieg mit Leistung und Ort, in zwei oder drei Sätzen: was Sie dort tun und für wen
- Leistungen, die in diesem Ort gefragt sind, mit Verweis auf die ausführlichen Leistungsseiten
- Beispiele aus der Gegend, beschrieben ohne Kundennamen und ohne erfundene Zahlen
- Einsatzgebiet: welche Ortsteile und Nachbarorte von hier aus betreut werden
- Ablauf: wie ein Auftrag läuft, von der Anfrage bis zur Rechnung
- Ansprechpartner mit Telefonnummer und, wenn vorhanden, Foto
- häufige Fragen von Kunden aus diesem Ort
- ein klarer nächster Schritt: Anruf, Formular oder Termin
Nicht jeder Punkt braucht viel Platz. Wichtig ist, dass die Abschnitte 3, 4 und 7 wirklich vom Ort handeln. Hier zeigt sich, ob der Betrieb die Gegend kennt.
Stoff für mehrere Orte sammeln
Die meiste Arbeit steckt im Sammeln. Sprechen Sie mit den Mitarbeitern, die in den jeweiligen Orten unterwegs sind. Sie wissen, welche Aufträge dort typisch sind, wo man schlecht parkt, welche Häuser schwierig sind und welche Fragen Kunden stellen. Eine halbe Stunde Gespräch je Ort ergibt nach unserer Erfahrung mehr brauchbaren Stoff als jede Vorlage.
Fotos gehören dazu. Bitten Sie das Team, bei Aufträgen in den Zielorten Bilder von der Arbeit zu machen, natürlich nur mit Zustimmung der Kunden und ohne Hausnummern oder Personen, die nicht gefragt wurden. Eigene Bilder machen eine Landingpage glaubwürdig und unterscheiden sie von den Seiten der Mitbewerber.
Schreiben Sie die Seiten nacheinander und nicht alle an einem Tag. Wer zehn Ortsseiten in einem Zug schreibt, wiederholt sich fast zwangsläufig. Lesen Sie am Ende zwei Seiten nebeneinander und streichen Sie Absätze, die auf beiden fast gleich stehen.
Einsatzgebiet und Unternehmensprofil abstimmen
Dienstleister, die zu ihren Kunden fahren, geben im Google-Unternehmensprofil ein Einzugsgebiet an. Google erlaubt dafür Städte, Postleitzahlen oder andere Regionen, höchstens 20 Einzugsgebiete, und empfiehlt, dass deren Grenzen nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt sind [3]. Die Orte mit eigener Landingpage sollten zu diesem Gebiet passen. Eine Seite für eine Stadt, die im Profil nicht auftaucht und die Sie kaum anfahren, wirkt auf Kunden wie auf Google unstimmig.

Für die Website, die im Profil steht, erlaubt Google auch eine Seite, auf der der konkrete Unternehmensstandort präsentiert wird [4]. Bei einem Dienstleister mit einem Sitz ist das meist die Startseite oder die Kontaktseite. Die Landingpages für die Orte im Einsatzgebiet kommen zu dieser Seite hinzu. Wie Sie das Profil ohne Ladengeschäft einrichten, beschreibt der Ratgeber Service Area Business einrichten.
Adressangaben richtig verwenden
Auf einer Landingpage für einen Ort, in dem Sie keinen Sitz haben, darf keine erfundene Adresse stehen. Nennen Sie Ihren echten Sitz und schreiben Sie dazu, dass Sie den Ort von dort aus betreuen. Das gilt auch für strukturierte Daten. Google beschreibt LocalBusiness-Daten für den Standort eines Unternehmens, mit Name und Adresse als Pflichtangaben [5]. Eine LocalBusiness-Auszeichnung mit einer Adresse im Zielort, an der es keinen Betrieb gibt, wäre eine falsche Angabe. Mehr zu den Auszeichnungen steht im Ratgeber Strukturierte Daten für lokale Unternehmen.
Interne Verlinkung und Adressen
Landingpages brauchen einen festen Platz in der Navigation, etwa eine Übersicht "Einsatzgebiet" mit Links zu allen Ortsseiten. Jede Ortsseite verlinkt auf die passenden Leistungsseiten und zurück zur Übersicht. Seiten, die nur über die Sitemap erreichbar sind, wirken versteckt, und Besucher finden sie nicht.
Für die Adressen hat sich ein einfaches Muster bewährt, zum Beispiel ein Ordner für das Einsatzgebiet und darunter der Ortsname. Ändern Sie dieses Muster später nicht ohne Weiterleitungen. Wer schon Seiten mit Rankings hat, sollte deren Adressen behalten.
Erfolg messen
Ob eine Landingpage trägt, zeigt sich an Anfragen aus dem Ort. Fragen Sie bei jeder Anfrage, wie der Kunde auf Sie gekommen ist, und notieren Sie den Ort des Auftrags. In der Search Console sehen Sie, bei welchen Suchanfragen die einzelnen Seiten erscheinen. Seiten, die nach Monaten weder Besucher noch Anfragen bringen, sollten Sie überarbeiten oder mit einer anderen Seite zusammenlegen. Den Begriff erklärt das Glossar unter Lokale Landingpages.
Sie möchten wissen, für welche Orte sich bei Ihnen eine eigene Seite lohnt? Stellen Sie die Frage in der gratis Sprechstunde von SEO NW. Die Planung und Pflege lokaler Seiten übernimmt SEO NW als Leistung Local SEO.
- Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Hilfreiche, vertrauenswürdige, nutzerorientierte Inhalte erstellen. Google Search Central. Stand 07.10.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Einzugsgebiete für Unternehmen ohne festen Standort und Hybridunternehmen verwalten. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Strukturierte Daten für lokale Unternehmen (LocalBusiness). Google Search Central. Stand 12.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Wie viele lokale Landingpages sollte ein Dienstleister haben?
So viele, wie es Orte gibt, in denen Sie regelmäßig arbeiten und über die Sie etwas Eigenes sagen können. Eine feste Zahl nennt Google nicht. Seiten, die sich nur durch den Ortsnamen unterscheiden, passen nach unserer Einschätzung zu Googles Beschreibung von Brückenseiten.
Darf auf der Landingpage eine Adresse im Zielort stehen?
Nur, wenn Sie dort wirklich einen Standort haben. Sonst nennen Sie Ihren echten Sitz und beschreiben, dass Sie den Ort von dort aus betreuen.
Müssen die Orte der Landingpages im Unternehmensprofil stehen?
Sie sollten zum Einzugsgebiet im Profil passen. Google erlaubt höchstens 20 Einzugsgebiete, die nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt sein sollten.
Kann ich die Texte für die Orte mit einem Werkzeug umschreiben lassen?
Umformulierte Vorlagen bleiben inhaltlich gleich. Google beschreibt massenhaft erstellte Seiten ohne echten Nutzen als Spam, egal mit welchem Werkzeug sie entstehen.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.


