"Wann macht die Apotheke am Bahnhof zu?" So eine Frage tippt kaum jemand, aber man spricht sie ins Handy, wenn man gerade die Einkaufstüten trägt oder am Steuer sitzt. Sprachsuche ist im Alltag angekommen, und viele dieser Fragen haben einen Ortsbezug. Für lokale Betriebe stellt sich die Frage, ob sie dafür etwas Besonderes tun müssen. Die kurze Antwort: Wer die Grundlagen der lokalen Suche erledigt hat, hat das meiste schon getan. Dieser Ratgeber zeigt, wie lokale Sprachanfragen aussehen, woher die Antworten kommen und welche Ratschläge aus dem Netz Sie getrost übergehen können.
Wie verbreitet die Sprachsteuerung ist
Der Digitalverband Bitkom hat dazu im Jahr 2024 eine repräsentative Befragung von 1.205 Personen ab 16 Jahren in Deutschland veröffentlicht. Danach nutzen 53 Prozent Sprachsteuerung oder Sprachassistenten zumindest hin und wieder [1]. Von diesen Nutzern verwenden 59 Prozent die Sprachsteuerung für Suchanfragen und Recherchen im Internet, 45 Prozent für Verkehrsnachrichten und Stauinformationen und 35 Prozent für Wegabfragen und Navigation [1]. Am häufigsten genannt wurden Musik und andere Audioinhalte mit 89 Prozent [1].
Wie viele dieser Suchen einen lokalen Betrieb betreffen, weist die Befragung nicht aus. Sie zeigt aber, dass Suchen und Navigation zu den üblichen Zwecken gehören. Die Grundlagen zur Sprachsuche, also wie sie funktioniert und wie Anfragen formuliert sind, erklärt das Glossar unter Sprachsuche. Hier geht es um die Folgen für Betriebe mit Kundschaft vor Ort.
Wie lokale Sprachanfragen aussehen
Gesprochene Fragen sind nach unserer Beobachtung oft länger und klingen wie ein Satz. Wer tippt, schreibt "Bäcker Sonntag geöffnet". Wer spricht, fragt "Welcher Bäcker hat heute noch offen?". Google beschreibt für Google Maps, welche Fragen man während der Navigation an Gemini stellen kann. Dazu gehören die Suche nach einem Ort entlang der Route oder in der Nähe des Ziels, etwa einem Café, und Fragen wie "Wann schließt" gefolgt vom Namen eines Orts [2]. Am Steuer hört man die Antwort meist, statt eine Trefferliste in Ruhe durchzusehen.

Für lokale Betriebe lassen sich die Anfragen in drei Gruppen ordnen. Manche suchen einen Betrieb einer Art in der Nähe. Manche wollen eine Angabe zu einem bestimmten Betrieb, etwa Öffnungszeiten oder Telefonnummer. Und manche wollen direkt handeln: anrufen oder sich hinführen lassen. In allen drei Fällen braucht der Assistent korrekte Angaben zu Ihrem Betrieb.
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Woher die Antworten kommen
Für die Frage nach der Schließzeit eines Orts in Google Maps liegt es nahe, dass die Antwort aus den Angaben stammt, die Google zu diesem Ort hat, also aus dem Unternehmensprofil. Google nennt im Profil die Öffnungszeiten einschließlich spezieller Öffnungszeiten ausdrücklich als Angabe, die Kunden zeigt, wann sie vorbeikommen können [3]. Wer an Feiertagen anders öffnet und das nicht einträgt, bekommt im Zweifel Besuch vor verschlossener Tür, ob die Frage getippt oder gesprochen wurde.
Für die Auswahl unter mehreren Betrieben gelten dieselben Faktoren wie bei jeder lokalen Suche: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit [3]. Einen eigenen Rankingfaktor für Sprachsuche nennt Google nicht. Ein besseres lokales Ranking kann laut Google auch nicht eingefordert werden, nicht einmal gegen Bezahlung [3]. Wer per Sprache sucht, bekommt nach unserer Einschätzung deshalb meist dieselben Betriebe vorgeschlagen, die auch oben in den Kartenergebnissen stehen. Wie diese Ergebnisse zustande kommen, steht im Ratgeber Rankingfaktoren im Local Pack.
Was Sie vorbereiten können
Die wichtigsten Schritte sind dieselben wie für jede lokale Suche, nur mit etwas mehr Gewicht auf Genauigkeit. Prüfen Sie im Unternehmensprofil, ob der Name genau dem Namen entspricht, den Sie auch auf dem Schild führen. Google verlangt, dass Sie den Namen einheitlich verwenden, den Sie auch offline nutzen [4]. Das hilft auch, wenn jemand Ihren Betrieb beim Namen nennt. Tragen Sie eine örtliche Telefonnummer ein, die direkt zu Ihnen führt. Google empfiehlt nach Möglichkeit eine örtliche Nummer statt eines Callcenters oder einer Hotline [4].

Pflegen Sie die Öffnungszeiten vor jedem Feiertag und bei jeder Änderung. Wie das im Profil geht und welche Sonderfälle es gibt, beschreibt der Ratgeber Öffnungszeiten und Sonderöffnungszeiten pflegen. Kontrollieren Sie den Kartenpunkt, damit eine gesprochene Wegbeschreibung zum richtigen Eingang führt.
Viele gesprochene Fragen enthalten eine Bedingung: ein Café mit Terrasse, eine Werkstatt mit Ersatzwagen, ein Restaurant mit Parkplatz. Solche Eigenschaften lassen sich im Profil als Attribute hinterlegen. Google nennt Attribute wie Parkplätze oder WLAN als zusätzliche Angaben, die ein Profil vollständiger machen [3]. Gehen Sie die Liste der Attribute für Ihre Kategorie einmal durch und setzen Sie alles, was zutrifft. Tragen Sie auch Ihre Leistungen vollständig ein. Wer nach einem Betrieb fragt, der etwas Bestimmtes kann, bekommt eher einen Vorschlag, wenn diese Leistung im Profil und auf der Website steht. Was im Profil sonst noch zählt, beschreibt der Ratgeber Google-Unternehmensprofil optimieren.
Fragen auf der Website beantworten
Auf Ihrer Website hilft es, Fragen so zu beantworten, wie Kunden sie stellen. Eine Seite mit häufigen Fragen zu Parkplätzen, Terminvergabe, Barrierefreiheit oder Lieferung liefert genau die Sätze, die jemand auch laut fragen würde. Die Antworten sollten kurz sein und gleich zu Beginn die Auskunft geben. Das hilft Lesern am Handy ebenso wie Assistenten, die eine Antwort vorlesen.
Eine besondere Auszeichnung für FAQ-Seiten bringt in der Darstellung dagegen nichts mehr. Google hat die FAQ-Rich-Suchergebnisse eingestellt, sie werden ab dem 07.05.2026 nicht mehr in der Google Suche angezeigt [5]. Die Fragen auf der Seite sind trotzdem nützlich, weil Menschen sie lesen.
Ratschläge, die wenig bringen
In Ratgebern zur Sprachsuche taucht oft die Auszeichnung speakable auf, mit der Textstellen für das Vorlesen markiert werden. Google beschreibt diese Auszeichnung als Beta. Sie richtet sich an Nachrichtenpublisher mit englischsprachigen Inhalten und gilt für Nutzer in den USA, deren Google-Home-Geräte auf Englisch eingestellt sind [6]. Für einen lokalen Betrieb in Deutschland, Österreich oder der Schweiz hat sie damit keinen Nutzen.
Ebenso wenig nützt es, Texte künstlich in Frageform umzuschreiben oder lange Listen mit gesprochenen Varianten eines Suchbegriffs auf die Seite zu setzen. Solche Texte lesen sich schlecht, und Kunden merken das nach wenigen Zeilen. Ein Ratgeber, der die echten Fragen Ihrer Kunden beantwortet, deckt die gesprochenen Varianten ohnehin ab.
Sprachsuche und KI-Antworten
In Google Maps beantwortet Gemini die Fragen während der Navigation [2]. Was das für die Sichtbarkeit lokaler Betriebe in KI-Antworten bedeutet, beschreibt der Ratgeber Local SEO und KI-Suche. Für die Praxis gilt bis auf Weiteres: Ein vollständiges, aktuelles Profil, einheitliche Daten auf der Website und in Verzeichnissen und eine Website mit klaren Antworten sind die Grundlage, auf die jede dieser Suchen zugreifen kann.
Sie möchten prüfen, ob Ihre Angaben für Sprachanfragen stimmen? Stellen Sie Ihre Frage in der gratis Sprechstunde von SEO NW. Für die laufende Pflege von Profil und lokalen Seiten gibt es die Leistung Local SEO.
- Studie Musik, Anrufe, Smart Home: Dafür wird Sprachsteuerung genutzt. Bitkom e. V. (Befragung Bitkom Research). Stand 29.11.2024. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Gemini während der Navigation verwenden. Google Maps-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Neueste Änderungen an der Dokumentation: Einstellung der Funktion für FAQ-Rich-Suchergebnisse. Google Search Central. Stand 08.05.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Für die Sprachausgabe geeignete (Article, WebPage) strukturierte Daten (BETA). Google Search Central. Stand 12.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Muss ich meine Website für Sprachsuche extra optimieren?
Kaum. Google nennt keinen eigenen Rankingfaktor für Sprachsuche. Wer Unternehmensprofil, Kartenpunkt, Öffnungszeiten und Website sauber pflegt, ist auch für gesprochene Anfragen vorbereitet.
Hilft die Auszeichnung speakable lokalen Betrieben?
Nein. Google beschreibt speakable als Beta für Nachrichtenpublisher mit englischsprachigen Inhalten und Nutzer in den USA.
Wie viele Menschen nutzen Sprachassistenten?
Laut einer Bitkom-Befragung von 2024 nutzen 53 Prozent der Menschen ab 16 Jahren in Deutschland Sprachsteuerung zumindest hin und wieder. 59 Prozent dieser Nutzer verwenden sie für Suchanfragen.
Lohnt sich eine Seite mit häufigen Fragen noch?
Ja, für Leser und als Grundlage für vorgelesene Antworten. Die besondere Darstellung als FAQ-Rich-Suchergebnis zeigt Google seit dem 07.05.2026 aber nicht mehr.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.


