Ein Unternehmen mit fünf, zwanzig oder zweihundert Filialen hat eine Frage, die ein Einzelbetrieb nie stellt: Wie bildet man so viele Standorte auf der Website ab, ohne dass Kunden die Orientierung verlieren und ohne dass hundert fast gleiche Seiten entstehen? Dieser Ratgeber beschreibt den Aufbau von Standortseiten für Filialisten, also das Gerüst: Adressen, Übersicht, Bestandteile einer Filialseite und die Verbindung zum Google-Unternehmensprofil. Was auf den einzelnen Seiten stehen sollte, behandelt ein eigener Ratgeber zu Inhalten je Filiale.
Warum jede Filiale eine eigene Seite braucht
Jede Filiale mit Kundenverkehr hat ihr eigenes Unternehmensprofil. Google lässt grundsätzlich nur ein Profil pro Standort zu [1]. Für die Website, die im Profil steht, erlaubt Google eine Seite, auf der der konkrete Unternehmensstandort präsentiert wird [1]. Verlinkt jedes Profil auf die Startseite, landen Kunden aus der Filiale im Norden auf einer Seite, die erst einmal nichts über ihre Filiale sagt. Mit einer eigenen Seite je Standort finden sie Adresse, Öffnungszeiten und Ansprechpartner sofort.
Auch die strukturierten Daten sind auf diese Logik ausgelegt. Google beschreibt in der Dokumentation zu LocalBusiness die Angabe url als die URL des jeweiligen Standorts und verwendet im Beispiel eine Adresse unterhalb einer Seite für Restaurantstandorte [2]. Jeder Standort wird dabei als eigenes LocalBusiness ausgezeichnet [2].
Die Adressstruktur festlegen
Bevor die erste Seite entsteht, sollte das Adressmuster stehen, denn eine spätere Änderung kostet Weiterleitungen und Zeit. Bewährt hat sich ein Ordner für alle Standorte und darunter ein sprechender Name je Filiale, zum Beispiel /filialen/ als Übersicht und /filialen/ortsname/ oder /filialen/ortsname-stadtteil/ für die einzelne Filiale. Bei mehreren Filialen in einer Stadt gehört der Stadtteil oder die Straße in die Adresse.
Ein paar Regeln haben sich in unseren Projekten bewährt. Die Adresse einer Filiale ändert sich nie, auch wenn die Filiale umzieht und nur die Straße wechselt. Schließt eine Filiale, leitet ihre Adresse auf die nächstgelegene Filiale oder die Übersicht weiter. Und Sonderzeichen sowie Umlaute werden einheitlich umgeschrieben, damit nicht "muenchen" und "munchen" nebeneinander existieren.
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Die Übersichtsseite
Die Übersicht ist der Einstieg für alle, die eine Filiale suchen, und der Weg, über den Suchmaschinen die einzelnen Seiten finden. Sie listet alle Filialen auf, gruppiert nach Region oder Bundesland, wenn es viele sind. Jede Filiale ist mit einem normalen Link erreichbar.

Das ist wichtiger, als es klingt. Viele Filialfinder arbeiten mit einem Suchfeld und einer Karte, die erst nach Eingabe einer Postleitzahl Ergebnisse zeigt. Google kann Links nur dann zuverlässig crawlen, wenn sie als a-Element mit href-Attribut vorliegen. Aus Elementen, die nur über Skriptereignisse als Link wirken, kann Google URLs nicht zuverlässig auslesen [3]. Ein Filialfinder ist für Kunden praktisch, ersetzt aber nicht die Liste mit echten Links. Am besten gibt es beides auf einer Seite: Suchfeld und Karte oben, darunter die vollständige Liste. Mehr dazu im Ratgeber Filialfinder und Store Locator.
Bestandteile jeder Filialseite
Alle Filialseiten folgen demselben Aufbau, damit Kunden sich auf jeder Seite zurechtfinden. Der Inhalt unterscheidet sich je Standort. Diese Bausteine gehören nach unserer Erfahrung auf jede Seite:

- Überschrift mit Marke und Ort, bei mehreren Filialen in einer Stadt mit Stadtteil
- Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten als Text, genau so wie im Unternehmensprofil der Filiale
- Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Parkmöglichkeiten und Hinweisen zum Eingang
- Leistungen und Sortiment, die es gerade in dieser Filiale gibt
- Ansprechpartner oder Filialleitung, wenn sie genannt werden möchten
- eigene Fotos von Außenansicht und Innenraum
- Links zu Nachbarfilialen und zurück zur Übersicht
Die Angaben zu Name, Adresse und Telefon müssen exakt zum Profil der Filiale passen. Für den Namen gibt Google bei Ketten eine klare Regel vor: Alle Standorte müssen denselben Namen haben, mit Ausnahmen etwa für Untermarken, Abteilungen oder Betriebsarten und für einen abweichenden Namen, der an bestimmten Standorten einheitlich verwendet wird [1]. Ortszusätze im Profilnamen gehören nicht dazu. Gleiche Angebote an allen Standorten sollten außerdem gleiche Kategorien haben [1].
Verbindung zum Unternehmensprofil
Jedes Profil verlinkt auf seine Filialseite, und jede Filialseite zeigt die Daten aus genau diesem Profil. Bei vielen Standorten lohnt sich eine Tabelle, in der für jede Filiale die Profilbezeichnung, die Adresse der Filialseite, Telefonnummer und Öffnungszeiten stehen. Sie ist die gemeinsame Quelle für Website, Profile und Verzeichnisse.
Für größere Ketten gibt es bei Google die Bestätigung im Bulk-Verfahren. Sie setzt eine Tabelle mit mindestens zehn Profilen desselben Unternehmens voraus, und das Unternehmen muss feste Standorte haben, keine reinen Einzugsgebiete [4]. Nur Inhaber oder autorisierte Vertreter können die Bestätigung beantragen [4]. Der Upload der Tabelle allein löst noch keine Überprüfung aus [4].
Strukturierte Daten je Standort
Auf jeder Filialseite steht eine LocalBusiness-Auszeichnung mit den Daten genau dieses Standorts. Pflicht sind Name und Adresse. Empfohlen sind unter anderem Koordinaten mit mindestens fünf Nachkommastellen, Öffnungszeiten, Telefonnummer und die URL des Standorts [2]. Hat eine Filiale eigene Abteilungen, sieht Google dafür die Angabe department vor, deren Name dem Muster aus Geschäftsname und Abteilungsname folgt [2]. Die Einzelheiten beschreibt der Ratgeber Strukturierte Daten für Filialseiten.
Neueröffnung, Umzug und Schließung
Ein Filialnetz verändert sich. Neue Standorte kommen dazu, andere ziehen um oder schließen. Das Gerüst sollte für alle drei Fälle einen festen Ablauf haben. Bei einer Neueröffnung entsteht die Filialseite vor dem Eröffnungstag, wird in die Übersicht aufgenommen und mit dem neuen Profil verbunden. Bei einem Umzug innerhalb desselben Orts bleibt die Adresse der Filialseite gleich, nur Anschrift, Kartenpunkt und Anfahrt ändern sich, zeitgleich auf der Seite und im Profil.
Schließt eine Filiale, wird ihr Profil als dauerhaft geschlossen markiert, und die Filialseite leitet auf die nächstgelegene Filiale oder auf die Übersicht weiter. Ein Hinweis auf der Übersicht, wohin Kunden sich jetzt wenden können, hilft Stammkunden. Ändert sich die Marke eines Standorts, genügt laut Google im Profil eine Aktualisierung des Namens, wenn die Änderung geringfügig ist. Bei einer grundlegenden Änderung wird das alte Profil als geschlossen markiert und ein neues angelegt [1]. Die Filialseite folgt dieser Entscheidung.
Was der Aufbau verhindern soll
Ein sauberes Gerüst verhindert zwei typische Probleme. Das erste sind verwaiste Seiten, die nur über die Sitemap erreichbar sind und weder Kunden noch Suchmaschinen über die Navigation finden. Das zweite sind Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden. Google beschreibt Seiten, die auf bestimmte Regionen oder Städte ausgerichtet sind und Nutzer alle zum selben Ziel führen, als Brückenseiten [5]. Echte Filialseiten mit eigenen Daten und eigenem Inhalt sind davon klar zu trennen. Wie Sie fast gleiche Texte vermeiden, beschreibt der Ratgeber Duplicate Content bei Filialseiten vermeiden.
Sie planen Standortseiten für Ihr Filialnetz oder haben Fragen zu einem bestehenden Gerüst? Eine erste Frage dazu können Sie in der gratis Sprechstunde stellen. Den Aufbau und die laufende Pflege übernimmt SEO NW als Leistung Local SEO.
- Organisation Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Strukturierte Daten für lokale Unternehmen (LocalBusiness). Google Search Central. Stand 12.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Link-Best-Practices für Google. Google Search Central. Stand 31.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Unternehmensprofile im Bulk-Verfahren bestätigen. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Spamrichtlinien für die Google Websuche. Google Search Central. Stand 02.09.2026. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Braucht jede Filiale eine eigene Seite?
Für Filialen mit Kundenverkehr ist das der saubere Weg. Google erlaubt im Unternehmensprofil eine Website, die den konkreten Standort präsentiert, und LocalBusiness-Daten nennen die URL des jeweiligen Standorts.
Reicht ein Filialfinder mit Suchfeld?
Für Kunden ja, für Suchmaschinen nicht. Google crawlt Links zuverlässig nur als a-Element mit href. Jede Filialseite sollte deshalb auch über eine normale Liste erreichbar sein.
Dürfen die Filialen im Profil unterschiedliche Namen haben?
Laut Google müssen alle Standorte einer Kette denselben Namen haben. Ausnahmen gelten etwa für Untermarken, Abteilungen oder Betriebsarten und für einen abweichenden Namen, der an bestimmten Standorten einheitlich verwendet wird.
Ab wie vielen Filialen gibt es die Bulk-Bestätigung?
Google setzt eine Tabelle mit mindestens zehn Profilen desselben Unternehmens mit festen Standorten voraus.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.


