"Wie viele Anrufe bringt uns Google?" Mit dieser Frage beginnt bei lokalen Betrieben oft die Auswertung des Profils. Die Statistiken im Google Unternehmensprofil liefern dazu eine Zahl, aber sie misst etwas anderes, als viele erwarten. Dieser Ratgeber erklärt, was die Leistungsdaten zählen, wo ihre Grenzen liegen und wie Sie Anrufe und Anfragen so erfassen, dass Sie damit planen können.
Wo die Leistungsdaten stehen
Leistungsdaten gibt es nur für bestätigte Profile, und Sie müssen mit dem Google-Konto angemeldet sein, das mit dem Profil verknüpft ist [1]. In der Google Suche rufen Sie Ihr Profil auf, klicken auf "Leistung", wählen einen Zeitraum und bestätigen mit "Übernehmen". In der Google Maps App tippen Sie unten rechts auf "Unternehmen" und bei "Leistung" auf "Mehr anzeigen" [1]. Zugriff haben alle, die das Profil besitzen oder verwalten [1]. Wer einer Agentur die Auswertung überlässt, trägt sie mit einer Rolle im Profil ein.
Was die einzelnen Werte zählen
Google zeigt nur Messwerte an, die für das jeweilige Unternehmen relevant sind [1]. Die wichtigsten für Dienstleister und Läden:
| Wert | Was Google zählt |
|---|---|
| Interaktionen | Zusammenfassung aller Interaktionen mit dem Profil |
| Aufrufe | Nutzer, die das Profil in Suche und Maps angesehen haben, je Nutzer und Tag einmal, auch über mehrere Geräte |
| Suchanfragen | Suchbegriffe, über die Nutzer das Unternehmen gefunden haben |
| Anrufe | Klicks auf die Anrufschaltfläche, sofern eine Telefonnummer hinterlegt ist |
| Wegbeschreibungen | angefragte Routen, bereinigt um Mehrfachtippen, Abbrüche und Spam |
| Websiteklicks | Klicks auf den Link zur Website im Profil |
| Nachrichten | verschiedene Unterhaltungen über die Nachrichtenfunktion |
| Buchungen | Buchungen, sofern ein Buchungsanbieter verbunden ist |
Daneben nennt Google Werte für Produkte, Speisekarten, Angebote und für Hotels Buchungsklicks [1]. Der Wert "Aufrufe" kann niedriger ausfallen als Zahlen, die Google an anderer Stelle nennt, etwa in E-Mail-Benachrichtigungen, weil jeder Nutzer pro Tag nur einmal gezählt wird [1]. Vergleichen Sie deshalb immer Werte aus derselben Quelle.
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Ein Anruf im Profil ist ein Klick
Der wichtigste Satz für die Auswertung steht in der Definition: Als Anruf zählt Google einen Klick auf die Anrufschaltfläche [1]. Ob danach jemand abgehoben hat, ob das Gespräch zustande kam oder ob es ein Kunde war, weiß die Zahl nicht. Umgekehrt fehlen Anrufe von Menschen, die Ihre Nummer im Profil gelesen und von Hand gewählt haben.
Ein Anrufprotokoll mit Uhrzeit und Dauer nennt Googles Hilfe zu den Leistungsdaten nicht. Auch die frühere Programmierschnittstelle für Anrufe ist abgeschaltet. Google führt die My Business Calls API in seiner Liste eingestellter Funktionen mit Supportende am 21.02.2023, Abschaltung am 30.05.2023 und ohne Ersatz [2]. Wer wissen will, wie viele echte Gespräche über Google kommen, muss sie selbst erfassen.
Anrufe selbst erfassen, ohne die Richtlinien zu verletzen
Naheliegend wäre eine eigene Trackingnummer im Profil. Hier ziehen Googles Richtlinien Grenzen. Die Telefonnummer soll den jeweiligen Standort erreichen und muss unmittelbar vom Unternehmen verwaltet werden. Statt eines Callcenters oder einer Hotline soll nach Möglichkeit eine örtliche Nummer stehen [3]. Nummern, die Anrufer auf andere Ziele umleiten als das Unternehmen selbst, sind damit kein Weg, den wir empfehlen.

In der Praxis haben sich zwei Wege bewährt, die ohne Eingriff ins Profil auskommen. Erstens die Auswertung der eigenen Telefonanlage: Viele Anlagen zeigen eingehende Anrufe mit Uhrzeit, und wer zusätzlich am Telefon kurz fragt, wie der Anrufer auf den Betrieb gekommen ist, bekommt mit der Zeit ein brauchbares Bild. Zweitens die Website: Auf der Kontaktseite lässt sich eine eigene Nummer für Website-Besucher einsetzen, während im Profil die Hauptnummer bleibt. Beide Wege sind Erfahrungswerte, keine Vorgabe von Google.
Websiteklicks bis zur Anfrage verfolgen
Google zählt den Klick auf die Website, aber nicht, was danach passiert. Hängen Sie an den Website-Link im Profil Kampagnenparameter an, also utm_source, utm_medium und utm_campaign. Google Analytics zeigt die Besuche dann im Bericht zum neu generierten Traffic [4]. Setzen Sie die drei Parameter immer zusammen, sonst erscheinen fehlende Werte als "(not set)" [4]. So sehen Sie, wie viele Besucher aus dem Profil auf der Kontaktseite landen oder ein Formular abschicken. Was hinter den Parametern steckt, erklärt das Glossar unter UTM-Parameter.
Den Link mit Parametern tragen Sie nur im Feld für die Website ein. Er führt auf dieselbe Seite wie zuvor, nur mit Anhang. Prüfen Sie nach dem Speichern einmal selbst, ob der Link im Profil die richtige Seite öffnet.
Suchanfragen richtig deuten
Der Bereich Suchanfragen zeigt Begriffe, über die Nutzer Ihr Unternehmen gefunden haben. Google aktualisiert ihn zu Beginn jedes Monats, und bis die Daten erscheinen, können bis zu fünf Tage vergehen. Verwalten lassen sich diese Begriffe nicht [1]. Lesen Sie die Liste deshalb als Rückmeldung: Tauchen dort Begriffe auf, die nicht zu Ihrem Angebot passen, prüfen Sie Kategorien und Beschreibung. Fehlen Begriffe, unter denen Sie gefunden werden möchten, fehlen sie vielleicht auch im Profil. Wie Sie die passenden Begriffe finden, beschreibt der Ratgeber Lokale Keywords recherchieren.
Daten exportieren und vergleichen
Am Computer laden Sie die Daten über das Dashboard des Unternehmensprofils herunter: Profile anhaken, unter "Aktionen" zu "Statistiken" wechseln, Zeitraum wählen und "Bericht herunterladen" klicken. Mehrere Profile lassen sich auf einmal exportieren. Ist der Download für ein Profil nicht aktiviert, stehen in der Tabelle Sternchen [1]. Für Programme gibt es die Performance API, die Google als Ersatz für ältere Auswertungsmethoden nennt [2].

Unser Rat: Exportieren Sie einmal im Monat dieselben Werte in dieselbe Tabelle und notieren Sie daneben, was Sie im Profil geändert haben, etwa neue Fotos, eine geänderte Kategorie oder neue Beiträge. Erst diese Notizen machen aus Zahlen eine Auswertung. Saisonale Schwankungen erkennen Sie, wenn Sie Monate mit dem Vorjahr vergleichen und nicht nur mit dem Vormonat.
Daneben bietet Google für manche Profile den Bereich Statistiken mit Empfehlungen auf Grundlage öffentlicher Informationen wie Rezensionen, Fotos und lokaler Suchtrends. Er ist nicht für alle Profile verfügbar [1].
Was die Zahlen nicht beantworten
Die Leistungsdaten zeigen, wie oft das Profil gesehen und benutzt wurde. Sie zeigen nicht, wo Sie im Vergleich zu Wettbewerbern stehen oder an welchen Orten Ihres Einzugsgebiets Sie schwach sind. Dafür gibt es eigene Verfahren, die der Ratgeber Ranking-Tracking im Kartenraster beschreibt. Die Werkzeuge dafür stellt die Übersicht Local SEO Tools vor.
Sie möchten die Auswertung Ihrer Profilzahlen besprechen? Bringen Sie Ihre Fragen dazu in die gratis Sprechstunde mit.
- Organisation Leistung und Statistiken Ihres Unternehmensprofils. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Google Business Profile APIs: Sunset dates. Google for Developers. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Richtlinien für die Darstellung Ihres Unternehmens auf Google. Google Unternehmensprofil-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Tools zur URL-Erstellung: Kampagnendaten mithilfe benutzerdefinierter URLs erfassen. Google Analytics-Hilfe. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Zählt Google echte Anrufe?
Nein. Als Anruf zählt Google einen Klick auf die Anrufschaltfläche im Profil. Ob ein Gespräch zustande kam, erfasst die Zahl nicht.
Gibt es im Profil ein Anrufprotokoll?
Ein Protokoll mit Uhrzeit und Dauer nennt Googles Hilfe zu den Leistungsdaten nicht. Die frühere Schnittstelle für Anrufe hat Google am 30.05.2023 ohne Ersatz abgeschaltet. Echte Anrufe erfassen Sie über die eigene Telefonanlage.
Warum sind die Aufrufe niedriger als in Googles E-Mails?
Google zählt bei den Aufrufen jeden Nutzer nur einmal pro Tag, auch über mehrere Geräte. Deshalb kann der Wert niedriger sein als Zahlen in Benachrichtigungen.
Wann werden die Suchanfragen aktualisiert?
Zu Beginn jedes Monats. Bis die Daten erscheinen, können laut Google bis zu fünf Tage vergehen.
Darf ich eine Trackingnummer ins Profil eintragen?
Google verlangt eine Nummer, die den Standort erreicht und unmittelbar vom Unternehmen verwaltet wird, möglichst eine örtliche. Wir raten deshalb, im Profil die Hauptnummer zu lassen und Anrufe über die eigene Anlage oder die Website zu messen.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie uns.


